oder: Was ist Sicherheit – wirklich?
Die intuitive Antwort lautet oft: „Wenn nichts passiert“.
Keine Unfälle, keine Schäden, keine Zwischenfälle, oder sogar keine Fehler – dann ist doch alles gut, oder? Diese Perspektive dominiert viele Organisationen und lässt sich praktischerweise auch leicht messen.
Doch diese Logik wird der Komplexität der Realität nicht gerecht. In der System Safety und Human Factors Forschung betrachten wir Sicherheit nicht als Abwesenheit von etwas Negativem, sondern als das Vorhandensein von Fähigkeiten und Voraussetzungen, mit Komplexität und Unsicherheit umzugehen.
Sicherheit ist ein emergentes Phänomen: Sie entsteht in soziotechnischen Systemen im Zusammenspiel von Menschen, Technik, Organisation, Prozessen und Kontext. Sie ist nicht einfach vorhanden oder nicht vorhanden – sie wird ständig hergestellt. Diese Sichtweise – auch bekannt als Safety-II – rückt die Frage in den Fokus, wie es täglich gelingt, dass trotz Zeitdruck, Informationslücken, Zielkonflikten und Störungen in den meisten Fällen alles gut geht.
Von der Fehlervermeidung zur Resilienz
Traditionelle Sicherheitssysteme konzentrieren sich auf Fehlervermeidung. Doch in komplexen Arbeitswelten – Arbeitswelten, in denen auch SIE arbeiten – ist nicht jeder Fehler vermeidbar und nicht jede Abweichung gefährlich, aber jede Regeleinhaltung möglicherweise schon. Entscheidend ist daher, wie Teams auf unerwartete Situationen reagieren, wie sie Risiken erkennen, kommunizieren und managen, bevor es kritisch wird.
In der System Safety sprechen wir hier von Resilienz – also der Fähigkeit eines Systems, trotz Überraschungen, Störungen oder Veränderungen seine Kernaufgaben aufrechtzuerhalten. Resiliente Systeme brauchen nicht nur gute Technik und klare Prozesse, sondern vor allem: gut ausgebildete, reflektierte und kreative Menschen mit Handlungs- und Kommunikationskompetenz.
Sicherheit entsteht in der Interaktion
Sicherheit lässt sich nicht einfach „einführen“ oder „erzwingen“. Sie wächst dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen dürfen, wo sie offen über Unsicherheiten sprechen können, wo Teamarbeit gelingt – vor allem hierarchisch übergreifend.
Ein Checklistenpunkt allein verhindert keinen Fehler, keine Misskommunikation. Aber die Frage „Wie arbeiten wir gemeinsam an Sicherheit?“ kann Teams stärken und zu einem Perspektivwechsel führen: Weg vom starren Soll-Ist-Vergleich – hin zur neugierigen Analyse dessen, was in der Praxis funktioniert.
Nicht: „Wer hat versagt?“ – sondern: „Wie gelingt es uns, dass es (meistens) gut geht?“
Der Black Elephant Ansatz:
In unseren Trainings – ob im Airbus A320 Flugsimulator oder bei Ihnen vor Ort – arbeiten wir genau an dieser Haltung: systemisch, interaktiv, praxistauglich.
Wir unterstützen Führungskräfte und Teams dabei, sich nicht nur auf die Vermeidung von Fehlern zu konzentrieren, sondern auf den Aufbau von Kompetenzen, die Sicherheit ermöglichen.
Denn Sicherheit ist kein Zustand – sie ist ein Prozess.
Und dieser Prozess beginnt immer bei den Menschen im System.
Sie möchten mehr über Resilienz, Safety-II oder Human Factors erfahren?
Sprechen Sie uns an – gemeinsam gestalten wir Sicherheit neu.






